Wichtige Information zu unserer aktuellen Arbeit
In den vergangenen Jahren haben wir hunderte Familien in extrem akuten und hochbelastenden Ausnahmesituationen begleitet – rund um die Diagnose, die Geburt oder den Tod eines Kindes.
Diese Begleitungen fanden meist in Momenten statt, in denen Eltern unter Schock standen, kaum orientiert oder entscheidungsfähig waren und dennoch weitreichende, unumkehrbare Entscheidungen treffen mussten.
Diese Arbeit war ausschließlich durch Spenden und ein sehr hohes ehrenamtliches Engagement möglich
Unsere Arbeit bewegt sich in einem Bereich, der strukturell nicht abgebildet ist:
Unterstützungsangebote für Familien mit verstorbenen Kindern sind in bestehenden Förderlogiken nicht vorgesehen.
Während Angebote für lebende, schwerkranke Kinder förderfähig sind, endet die Zuständigkeit mit dem Tod des Kindes.
Entsprechend erhalten wir keine staatliche Regelförderung und sind vollständig auf Spenden angewiesen.
Warum wir diese Form der Begleitung nicht mehr anbieten können:
Die akute Begleitung bei einer infausten Diagnose, Fehlgeburt, stillen oder palliativen Geburt ist kein niedrigschwelliges Unterstützungsangebot.
Sie ist eine hochverantwortliche Krisenintervention.
In dieser Phase geht es nicht nur um Austausch oder (emotionale) Begleitung im weiteren Verlauf, sondern um:
Stabilisierung in einem Schockzustand
- Einordnung komplexer medizinischer, rechtlicher und organisatorischer Fragen
- Betreuung und Begleitung vor Ort incl. Abnahme von Abdrücken und weiteren aktiven Erinnerungsschaffungen
- Schutz vor Fehlentscheidungen, die später nicht korrigierbar sind
- traumasensible Kommunikation unter extremem Zeit- und Entscheidungsdruck
Für diese Aufgaben, so sagen wir inzwischen ganz deutlich, sind ehrenamtliche Strukturen ungeeignet!
Auch Selbstbetroffenheit, Engagement und Mitgefühl – so wertvoll sie sind – reichen für eine akute, beratende Auffangsituation nicht aus.
In dieser Phase braucht es zwingend:
- traumasensible Fachkenntnisse
- professionelle Haltung
- klare zeitliche Verfügbarkeit und incl. klar ersichtlicher Erreichbarkeit
- sowie strukturelle Absicherung und Verantwortung
Eine solche Begleitung kann nicht nebenbei, nicht zwischen Haushalt, Beruf, eigener Familie, Arbeitsplatz und häufig persönlicher Betroffenheit geleistet werden.
In den vergangenen Monaten war diese Arbeit nur möglich, weil eine fachlich qualifizierte, traumasensibel ausgebildete Person angestellt werden konnte.
Da diese Finanzierung, aufgrund weniger Spenden, inzwischen weggefallen ist, können wir die erforderliche Qualität und Sicherheit nicht mehr verlässlich gewährleisten.
Aus Verantwortung gegenüber den betroffenen Familien – und aus Verantwortung gegenüber den Begleitenden – haben wir uns entschieden, diese Form der Akutbegleitung aktuell nicht weiter anzubieten.
Was es in dieser Form künftig nicht mehr gibt
Aktuell bieten wir nicht mehr an:
- akute Einzelbegleitungen in der unmittelbaren Ausnahmesituation
- Begleitungen vor Ort (z. B. in Kliniken, Versorgung zu Haus)
- gesicherte Lieferung CuddleCot, Himmelbettchen, Abdruckmaterial, sonstiges
- eine dauerhafte Erreichbarkeit
- regelmäßige Selbsthilfegruppen
- eine Beratungsstelle mit festen Öffnungszeiten
Unsere bisherigen Räumlichkeiten in Donauwörth mussten ebenfalls aus finanziellen Gründen aufgegeben werden.
Eine hochverantwortliche Krisenbegleitung ohne fachliche, zeitliche und strukturelle Absicherung halten wir für nicht vertretbar.
Woran wir weiterhin arbeiten
Unsere Arbeit endet mit diesen Schritten nicht.
Im Gegenteil: Wir haben unseren Schwerpunkt bewusst neu gesetzt.
Aus unserer langjährigen Erfahrung wissen wir, dass die beschriebenen Probleme nicht durch punktuelles Engagement oder kurzfristige Hilfsangebote gelöst werden können.
Was fehlt, sind verlässliche, fachlich abgesicherte Strukturen, die Familien in der Akutphase auffangen – unabhängig von Wohnort, Zufall oder persönlicher Erreichbarkeit.
Genau deshalb investieren wir unsere begrenzten Ressourcen aktuell gezielt in strukturelle und konzeptionelle Arbeit.
Dazu gehört insbesondere:
die Erarbeitung und politische Platzierung eines Positionspapiers zur Einrichtung einer Landesfachstelle für Familien nach frühem Kindstod,mit dem Ziel, die bestehenden Versorgungslücken langfristig zu schließen
Alle weiteren Tätigkeitsbereiche findet ihr unter "Unsere Angebote"
Vieles dieser Arbeit ist weniger sichtbar als akute Begleitung, erfordert jedoch ebenso Zeit, Fachlichkeit, Abstimmung und Verantwortung.
Sie ist notwendig, damit Familien künftig nicht mehr in Situationen geraten, in denen Hilfe vom Zufall oder von ehrenamtlicher Überlastung abhängt.
Unser Ziel ist es, dass betroffene Familien langfristig verlässliche, professionelle Unterstützung vorfinden –
und dass Akutbegleitung dort stattfindet, wo sie hingehört:
in klar geregelten, fachlich abgesicherten Strukturen.
Stand: Januar 2026
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